Ringkampf an der Erdachse - KSV Pausa zieht Bilanz
Pausa - Eigentlich könnten sich KSV-Präsident Andre Wetzel und der Vorsitzende der Ringerabteilung Ullrich Leithold zurücklehnen und zufrieden auf das Jahr 2010 zurückblicken. 5. Platz der WKG Pausa/Plauen in der 2. Bundesliga mit Blick nach oben, 5. Platz in der Jugendliga und auch das Oberligateam der gemeinsamen WKG mit dem ASV Plauen kämpfte mit vielen Eigengewächsen, die immer besser im Mannschaftsringen Fuß fassen, die Ziele im Bereich des Mannschaftsringens wurden allesamt erfüllt.
Doch so richtig, glückliche Mienen sehen anders aus. "Naja, im Saisonverlauf hatten wir die Elle etwas höher geschraubt, wollten einen Medaillenrang erkämpfen", verweist das Trainergespann Silvio Hoffmann/Denny Schulz auf die sensationelle Hinrunde, nach der die Vogtländer als Herbstmneister gekürt wurden. Ein Titel, für den man sich auch im Ringen nichts kaufen kann, der jedoch mächtig motiviert. An dieser Stelle kreiselte auch immer wieder das Wort ‚Aufstieg' durch die kleine Schulturnhalle in Pausa. Doch der Blick in die Runde reicht aus um zu sehen, dass der Traum von der höchsten, deutschen Kampfklasse noch ziemlich weit in den Wolken schlummert. "Da fehlt es an Sponsoren und vor allem an einer größeren Halle, denn selbst für die Schulturnhalle dürfte der DRB seine Einwilligung verweigern und wir müssten nach Plauen ausweichen", wäre damit aus Sicht von Ullrich Leithold dem KSV nicht unbedingt geholfen.
Und sportlich? "Gegen Staffelsieger Untergriesbach hat man im letzten Saisonkampf gesehen, dass wir sportlich top waren, die Mannschaft zusammenhält und ein unglaubliches Wir-Gefühl entwickelt hat", schüttelt Silvio Hoffman jedoch beim Thema Aufstieg den Kopf. "Das ist eine Nummer zu groß, wir haben zwar gute Korsettstangen wie Martin Waldeck, Martin Lehmann, Stanimir Dinev, Mike Elschner, Andrzej Grzelak und Plamen Tashev, sowie Steve Brylla, doch der Rest muss selbst in der 2. Bundesliga noch wachsen", blickt Denny Schulz auf die Eigengewächse wie Maximilian Schwabe und Francis Weinhold, aber auch auf Felix Böttcher und Martin Berkholz, die schon in die 2. Bundesliga hineinschnupperten und dabei gar keine so schlechte Figur machten. "Die benötigen Zeit, müssen in die Aufgaben hineinwachsen und fleißzg traineren", so Hoffmann, der keinen seiner Youngster 'verbrennen' will.
"Schon die 2. Bundesliga ist keine Spielwiese und es bedarf größter Anstrengungen aller, um hier mitringen zu können, für die höchste deutsche Kampfklasse werden professionelle Strukturen in Wirtschaft und Management benötigt, die wir nicht haben", setzt Ullrich Leithold einen Punkt hinter diese Diskussion, ein Spiel mit dem Feuer, in dem ein Verein, der sich die Nachwuchssichtung und Talententwicklung auf die Fahnen geschrieben hat, nicht nur die Finger verbrennen könnte.
Und im Nachwuchs lief es für den KSV Pausa wahrlich gut. Zahlreiche Titel und Medaillen bei Bezirks-, Landes-, Mitteldeutschen Meisterschaften wurden erkämpft und auch bei den Deutschen Meisterschaften war der KSV Pausa präsent, auch wenn es diesmal für eine Medaille noch nicht reichte. "Bedingt durch die Strukturveränderungen in den verschiedenen Altersklassen, mit denen das deutsche System an die allgemeingültige, internationale Struktur angeglichen wurde, gehörten unsere stärksten Ringer erneut zu den jüngeren Jahrgängen, die es immer etwas schwerer haben", muss KSV-Jugendleiter Andreas Schwabe noch etwas Gedukd haben, bis Tobias Knittel, Tobias Hempel, Chris Militzer, Tim-Rico Seifert, Travis Schröter, Felix Kästner, Kevin Drehmann, oder die Youngster Nils Böttcher, Bastian Seidel und Yannick Schulz zu den ‚Großen' ihrer Altersklasse gehören. Doch diese Zeit bringt man beim KSV mit und noch während sich die Talente zu erfolgreichen Nachwuchsringern entwickeln, schauen sich die Übungsleiter um Andreas Schwabe auch schon nach den nächsten Talenten um.
Auch das Umfeld stimmt beim KSV, "Dieser Verein ist eine richtige Familie, hier fühle ich mich wohl", bestätigt Martin Lehmann, der nun schon das zweite Jahr für die WKG Pausa/Plauen kämpft und auch zu Begegnungen aus Frankfurt(O.) anreiste, obwohl Francis Weinhold seine Gewichtsklasse besetzte. Angefangen von den engagierten Damen, die sich bei jedem Heimwettkampf um das leibliche Wohl der Athleten, Funktionäre und Zuschauer kümmern, über das Übungsleiterteam, das genau wie die Kampfrichter nahezu jedes Wochenende mit den Ringern unterwegs ist, bis hin zu den ‚Alten Pausaer Athleten', die sich in vielen organisatorischen Dingen engagieren.

Martin Lehmann (v.l.) und Bastian Kurz finden es 'cool' in Pausa, die beiden Ringer aus dem Leistzungszentrum Frankfurt(O.) haben sich im Vogtland gut eingelebt, während Francis Weinhold zu den erfolgreichsten Eigengewächsen des KSV Pausa zählt, der seit mehreren Jahren an der Sportschule Frankfurt(O.) den 'Schliff' für den Sprung auf die internationale Ringerbühne bekommt.
"Wir sind ein Verein, der von innen heraus lebt, viele Ideengeber in den eigenen Reihen hat, die auch mithelfen alles umzusetzen", koordiniert der KSV-Vorsitzende Ullrich Leithold viele Aktionen. So trafen sich kurz vor Weihnachten über 40 Alte Pausaer Athleten im Ringerheim, trotz widriger Reisebedingungen waren auch sehr viele ehemalige Pausaer Ringer, die es in andere Regionen verschlagen hat, angereist.
Doch der Blick von Andre Wetzel und Ullrich Leithold geht auch schon wieder voraus, denn 2011 wartet vor allem der Team-Weltcup der Junioren, für dessen Ausrichtung der KSV vom Deutschen Ringer- Bund den Zuschlag erhalten hat. Im Nachwuchsbereich stehen gleich zum Saisonstart die Sachsenmeisterschaften an und auch zum KSV-Pokal werden wieder Nachwuchsringer aus allen Bundesländern erwartet. Auch bei den Verantwortlichen der beiden Männermannschaften hält man sich nicht lange mit Feierlichkeiten auf, denn die Vorbereitungen für die kommende Saison laufen bereits. "Am 31. Mai ist Wechselschluss, bis dahin muss die Mannschaft stehen", müssen Silvio Hoffmann und Denny Schulz viele Gespräche führen.
So geht es nach kurzer Ruhephase gleich wieder voll zur Sache, bei den Ringern in der Erdachsenstadt, für die ihr Kampfsport der ‚Mittelpunkt der Welt' ist.
Bericht + Bild: Jörg Richter

Alle Sponsoren und Gönner des KSV Pausa auf einen Blick:

Die "Ringer des Jahres":
1. Platz - Maximilian Schwabe
2. Platz - Bastian Kurz
3. Platz - Stefan Bonev
Wir bieten allen interessierten Jungs und Mädchen die Möglichkeit an einem Schnup-