Aufgabe des KAV-Weltergewichtlers zieht 40:0 für WKG Pausa/Plauen nach sich
Pausa – Die Zweitligaringer der WKG Pausa/Plauen haben die Begegnung gegen den KAV Mansfelder Land mit 19:15 gewonnen. Im Nachhinein wurde das Ergebnis auf 40:0 abgeändert, da Lars Levermann (74 kg/GR) den Kampf gegen Maximilian Schwabe aufgeben musste. „Der KAV ließ das leichteste Limit bis 55 kg unbesetzt und mit der Aufgabe von Lars Levermann waren es nur noch 8 aktive Sportler im Protokoll. Auf Grund dessen ist laut DRB – Richtlinien das Ergebnis auf 40:0 zu Gunsten der WKG Pausa / Plauen abzuändern.“, erklärte der umsichtig und stets souverän agierende Kampfrichter Mario Baumann (Nürnberg).
Dennoch haben die vielen Zuschauer in der Schulturnhalle noch einmal einen spannenden Kampf zweier Spitzenteams gesehen, denn in den ausgetragenen 8 Begegnungen ging es beim letzten Heimauftritt der WKG ordentlich zur Sache.
Zunächst wurde Mike Elschner (55 kg/GR) kampflos zum Sieger erklärt, da der KAV diese Kategorie nicht besetzte. Im schwersten Limit ließ Stanimir Dinev (120 kg/FR) gegen den einstigen, Deutschen Jugendmeister Daniel Geist nichts anbrennen, gewann alle drei Kampfrunden mit 1:0, 2:0 und 3:1 in souveräner Manier.
Mitko Asenov (60 kg/FR) schien nach seinem schweren Kampf vor 14 Tagen gegen Kai Wedekind (WKG Leipzig/Taucha) und der schweren Kopfverletzung noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte. Gegen den international sehr erfahrenen Enrico Berg (7. Platz bei Europa- und Weltmeisterschaften) hatte der Bulgare in allen drei Runden das Nachsehen (0.1, 0:3, 0:2). Der 35-jährige Hallenser spielte seine gesamte Routine aus und gewann am Ende mit schnellen Angriffen und schönen Aktionen verdient.
Plamen Tashev (96 kg/GR) kämpfte auf Sparflamme, verheimlichte den erwartungsfrohen Zuschauern sein wahres Können. Gegen den 38-jährigen 'Weltenbummler' Olrik Meißner (Luckenwalde, Leipzig, Markneukirchen, Greiz, Eisleben) gab es in vier Kampfrunden nicht einen einzigen Angriffsversuch des jungen Bulgaren, der in der Defensive verharrend den Ablauf der Zeit auf der Anzeige verfolgte. Folgerichtig die Passivitätsverwarnung durch Kampfrichter Mario Baumeister (Nürnberg), die aber im Angriffsverhalten Tashev's nichts bewirkte. Auch in der Bodenrunde nur Abwehrstrategie – damit gewann Plamen Tashev drei Runden und holte einen Mannschaftspunkt auf das Konto der WKG. „Auch wenn es unser Sportler ist der hier durch pausenlose Passivität und Abwehr den Kampf gewinnen konnte, hier herrscht dringender Handlungsbedarf durch FILA und DRB, das hat mit Ringen nichts mehr zu tun“, schimpfte Pausas Kampfrichterlegende Horst Steinert über das Regelwerk, das einen Sieg ohne eigene Aktion zulässt und sprach damit vielen Insidern aus der Seele.
Einen starken Kampf machte Werner Schellenberg gegen den mehrmaligen deutschen Meister Dennis Nowka, der vergangenes Jahr noch beim 1. Luckenwalder SC in der 1. Bundesliga kämpfte. Schellenberg gewann die erste Runde im Bodenkampf durch eine Rolle, die ihm zwei Punkte brachte. Dann zeigte der 34-jährige KAV-Routinier was er noch drauf hat und holte sich die beiden Folgerunden mit 1:0. Doch Werner Schellenberg hatte den längeren Atem und nutzte das Regelwerk aus. Er war in den zwei Schlussrunden jeweils der aktivere Ringer, wählte sich im Bodenkampf in die Unterlage und wehrte erfolgreich sämtliche Angriffversuche des Éislebeners ab. Somit konnte er den fast schon verloren geglaubten Kampf zum 3:2 – Sieg drehen. Pausenstand 11:5 für die Vogtländer.
Im zweiten Abschnitt des Kampfabends startete der KAV Mansfelder Land eine Aufholjagd die im Limit bis 84 kg/FR begann. Hier standen sich mit Stefan Bonev und KAV-Routinier Normen Pickut zwei starke Ringerrecken gegenüber, welche in den letzten Jahren, ja fast Jahrzehnten national und international für Aufsehen gesorgt haben. Pickut führte als Mannschaftskapitän des 1. Luckenwalder SC die Brandenburger 2006 zur Mannschaftsmeisterschaft und danach zu drei Vizemeistertiteln. Gegen den keineswegs schlechten Stefan Bonev ließ Pickut seine ganze Klasse aufblitzen und gewann durch technische Leckerbissen diesen tollen Kampf mit 0:1, 0:4 und 0:3.
Mit großem Applaus wurde auch Andre Becher nach drei Runden, trotz klarer Niederlage gegen Marcus Breitschuh, verabschiedet. „Was der junge Ringer in dieser Saison geleistet hat, war einfach großartig“, so Trainer Silvio Hoffmann voller Stolz über den Jugendringer, der noch am Morgen in Gelenau den Bezirksmeistertitel erkämpft hatte.
'Ordentlich zupacken und dann werfen'; nach diesem Motto ging Bastian Kurz in den Kampf gegen Andreas Bering, der seine Ringerschuhe vor zwei Jahren auch schon für die WKG schnürte. Die erste Runde war bereits nach wenigen Sekunden beendet – zugepackt und geworfen! Mit einem Wurf über die Brust – der wahrscheinlich schwierigsten Wurftechnik im klassichen Ringkampf – holte sich Bastian mit einer Fünferwertung diese erste Runde – frenetischer Jubel auf den Rängen. Dann jedoch zeigte der Leipziger Andreas Bering das er viel dazugelernt hat und drehte die Begegnung trotz großer Gegenwehr des WKG-Mittelgewichtlers noch zum 3:1-Rundengewinn.
Maximilian Schwabe war auf seinen Kampf perfekt vorbereitet, bis in die Haarspitzen motiviert, wurde aber ohne zu kämpfen zum Sieger erklärt. Sein Kontrahent Lars Levermann musste den Kampf krankheitsbedingt aufgeben. Somit kamen weitere vier Zähler auf das Konto der Heimmannschaft. Zu diesem Zeitpunkt stand es sportlich 16:15 für die Heimmannschaft. Da aber Lars Levermann bereits direkt nach Kampfbeginn aufgab und Mansfeld in der Klasse bis 55kg keinen Kämpfer aufbieten konnte, stand schon jetzt sicher fest, dass die WKG Pausa / Plauen diesen Kampf ungeachtet des sportlichen Ergebnisses mit 40:0 gewinnen würde, denn laut DRB – Richtlinien müssen mindestens 9 Ringer aktiv am Kampfgeschehen teilnehmen.
Doch dessen ungeachtet wollte sich auch Martin Waldeck (74 kg/FR) für die Niederlagen der vergangenen Heimkämpfe vor eigenen Fans rehabilitieren und auch die im Hinkampf erlittene Niederlage wettmachen. Das gelang ihm gegen den ebenfalls erstligaerfahrenen Stephan Spengler, der auch schon lautstark an die Tür zur DRB-Auswahl klopfte. Waldeck sicherte sich alle drei Runden mit 1:0, die Letzte- und Entscheitende- aus dem Zwiegriff heraus, zum 19:15-Endstand.
Stimmen zum Kampf: Silvio Hoffmann, Trainer der WKG Pausa/Plauen; „Das 19:15 klingt besser als ein 40:0, vor allem weil sich der KAV Mansfelder Land diesem Duell gestellt hat und die Punkte nicht herschenkte. Ich freue mich vor allem für Martin Waldeck, der zu alter Form zurück findet und auch der Wurf von Bastian Kurz war Weltklasse – schade, dass er am Ende noch eine Niederlage quittieren musste.“
Holger Quandt; Trainer des KAV Mansfelder Land; „Ich musste heute mein Team komplett umstellen, vor allem fehlten mir Arne und Jan Brömme, die beiden Ärzte hatten Dienst, Lars Levermann ist krank und nimmt Antibiotika, da lasse ich ihn nicht ringen, auch nicht bis zur ersten Wertung, oder eine Minute, denn das kann gefährlich werden. Aber ich denke, wir haben hier vor großer Kulisse dennoch gute Kämpfe gezeigt, herzlichen Glückwunsch an die WKG.“
Bilder vom Kampf (v. Toni Klemm)








Alle Sponsoren und Gönner des KSV Pausa auf einen Blick:

Die "Ringer des Jahres":
1. Platz - Maximilian Schwabe
2. Platz - Bastian Kurz
3. Platz - Stefan Bonev
Neue Runde - neues Glück!

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